Maike Lindemann
Singer, Vocal Artist, Songwriter

Über Mich

Download__ Lebenslauf // Fotos // Pressetext

Ich bin Maike Lindemann und ich bin Sängerin. Leipzig ist mein zu Hause, Singen mein natürliches Sein. Songs schreiben ist der Weg, meine Gefühle und Gedanken aus dem Schatten hervorzuholen und sie im Scheinwerferlicht zu entwirren. Ich mag es Melodien neu zu entdecken und mit ihnen zu spielen, Gedanken auseinander zu nehmen und neu zusammenzusetzen.

Inspiriert durch großartige Musikerinnen wie Joni Mitchell, Nina Simone und Lauryn Hill bewege ich mich stilistisch gerne ein wenig neben und mit den Grenzen. Meine Motivation ist immer das tiefe Bedürfnis, meine reichhaltige Gefühlswelt in Musik zu übersetzen.

Sanft und mit klaren Worten möchte ich Herz, Kopf und Füße meines Publikums zum schwingen bringen. Es entsteht eine entschleunigte und herzliche Atmosphäre, die einlädt sich der eigenen inneren Welt zu öffnen, in welcher man häufiger liebt und traurig ist, sich häufiger wundert und zweifelt, anders träumt und wünscht als man es nach aussen zugibt. Wie schön wäre es, wenn man sich weniger den vordefinierten Strukturen und Schubladen anzupassen und den, meist männlich geprägten Vorstellungen von Stärke und Leistung zu entsprechen versucht.

Also beginne ich auf der Bühne mein Innerstes nach außen zu kehren und mich durchlässig zu machen, in der Hoffnung, Impulse für einen Austausch zu setzen. Ich öffne die Tore meiner Schutzmauern und lasse teilhaben an meiner Suche nach Zugehörigkeit, nach Berechtigung für mein Dasein, meinem Selbstwert, meiner Stärke. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, welche die Schönheit der Diversität zelebriert und allen vielen Individuen Raum zum strahlen gibt.

UMWEGE ERHÖHEN DIE ORTSKENNTNIS

Aufgewachsen bin ich im Ruhrgebiet, in Gladbeck und Bottrop. Mit vier Jahren singe ich im Wohnzimmer über die gemeinschaftliche WG-Anlage meine ersten enthusiastischen Gesangsaufnahmen ein. Voller Inbrunst gebe ich meine Lieblingslieder von Fredrik Vahle und die Friedenstaube zum Besten. Die Grundlage ist also früh gelegt. Der Weg zu der Musikerin, die ich heute bin, zeichnet sich allerdings eher wie die Flugbahn einer Biene auf Blütensuche.

Ich bin sehr neugierig und habe vor meinem Gesangsstudium in Arnheim (NL) viele Jahre mit Suchbewegungen außerhalb und innerhalb der Musik verbracht. Wenn ich etwas nicht kenne, muss ich es erst erleben, um zu verstehen, was es ausmacht und was es für mich bedeutet. Sowohl aus einer positiven Neugier, als auch aus einem Gefühl des Nicht-Wissens, was eigentlich meine Essenz ist.

Mit meinem Umzug in die Niederlande rückt die Musik vollends in den Mittelpunkt, wird Taktgeberin für mein Leben. Und das Tempo ist enorm! Die Lebensentwürfe und Musikgeschmäcker der anderen dienen mir als Wegweiser und ich probiere möglichst viele an und aus. Ich werde eine perfekte Beobachterin meiner Umgebung und füge mich geschmeidig und unkompliziert ein. Gleichzeitig verliere ich immer mehr den Kontakt zu meiner inneren Welt und lebe vor allem im Außen, wo das Tempo sich stetig erhöht. Ich gehe nicht mehr, ich renne und stolpere. Mein Zeitplan ist so straff, mein Achtsamkeits-Level so niedrig, dass ich mir selbst nach einem schmerzhaften Bänderriss keinen einzigen Tag Ruhe gönne. Tags darauf stehe ich auf einem Bein tanzend mit meiner Funkband auf der Bühne, um anschließend im Ruhrgebiet das Debüt-Album meines Duos aufzunehmen und in Weimar mein Master-Abschlusskonzert zu singen. Ich muss funktionieren. Nur wenn ich leiste, bin ich etwas wert. Außerdem ist Singen das einzige Ventil, um meine bis zum Bersten gefüllte Gefühlsblase zu entlasten. Erst nach sechs Wochen gehe ich zum Arzt, aber der Bänderriss verwächst falsch und wird ein halbes Jahr später operiert. Bis dahin kann ich nur noch Gehen. Ein schnelleres Lauftempo ist nicht möglich. Mein innerer, unausgesprochener Wunsch nach Entschleunigung hat sich also auf diesem Wege seine Berechtigung erkämpft.

Drei Monate später bepacke ich mein Fahrrad mit Zelt und Gaskocher und radele alleine die polnische Ostseeküste entlang. Ich lasse mich einfach treiben, Stunde für Stunde, Tag für Tag und finde Momente der Ruhe. Zum ersten Mal bin ich wirklich alleinige Entscheiderin über mein Tun. Gleich der zweite Tag ist komplett in dichten Regen getränkt, aber ich verpacke mich wasserdicht und fahre laut singend durchs Land. Einfach weil ich das so will und weil ich kann. Eine Stärke durchfließt meinen Körper, an die ich schon nicht mehr geglaubt habe. Dieses Gefühl erkläre ich zum neuen Wegweiser in meinem Leben. Zurück im Alltag, fange ich an alte Strukturen zu durchbrechen und zu verändern. Ich beginne, mich intensiver mit Menschen und Freund*innen zu umgeben, die mir Raum und Inspiration zum Wachsen geben.

Ich werde Gestalterin für mein Leben und finde Wort für Wort die Kraft, das auszusprechen, was ich denke und fühle. Ich folge dem inneren Bedürfnis, meine Stimme als Frau und Künstlerin zu erheben und auf der Bühne mein Verständnis von Leben und Lebensentwürfen zu reflektieren, mir mehr Vielfalt, Ehrlichkeit und Leidenschaft zu wünschen. Mal kraftvoll und explosiv, mal fragil und ganz nah fordere ich meine Stimme regelmäßig zu neuen Abenteuern heraus und zelebriere die Großartigkeit des Moments.